Ein Rückblick auf das Wunder von Osternienburg
Ende der Woche ist es wieder soweit, dass sich die WU14 des TSV Bemerode auf den Weg zu einem Turnier in der Ferne auf den Weg begibt. Ziel ist der Bavaria Cup in München!
Doch bevor wir nach Vorne schauen, möchte ich unseren Mädels den 21.6. und 22.6.2025 ins Gedächtnis rufen.
Der TSV reist nach Osternienburg
Ende Juni machten wir uns auf in das wundervolle Sachsen-Anhalt. Hier veröffentlichte Martin Luther am 31.10.1517 seine 95 Thesen. Etwa 140 Jahre später, im Jahre 1654, war es der Magdeburger Bürgermeister Otto von Guericke, der auf dem Regensburger Reichstag mit seinem Halbkugelversuche die Existenz des Vakuums nachwies. Und wer sich fragt, wann und wo Otto von Bismarck das Licht der Welt erblickte, sollte mal den Blick auf den 1.4.1815 in Schönhausen in der Altmark richten.
Doch was macht eine hochmotivierte Hockeymannschaft in diesem Geschichtsträchtigen Bundesland? Na klar, es geht zu DEM Turnier nach Köthen, unweit Dessaus. Doch Moment... Köthen? Nein, tatsächlich lassen wir Köthen hinter uns, und bereisen die Nachbargemeinde Osternienburg, in der aus Sicht des TSV Bemerode das Wunder von Osternienburg wahr wurde! What??
Osternienburg hat 1585 Einwohner und eine lange Hockey-Tradition. Aktuell spielen die Herren des Osternienburger HC in der Regionalliga, gehörten aber zuvor 19 Jahre der 1. Bundesliga im Hallenhockey an. Seit der Saison 2011 / 2012 ist die Damen-Mannschaft mit zwei Unterbrechungen Teil der höchsten Spielklasse des Hallenhockeys.
Die Gruppenphase gegen Oldenburg, Osternienburg und dem MTV
Die Mädels sowie die mitgereisten Schlachtenbummler campierten auf der riesigen Rasenfläche neben dem Kunstrasen. Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen: Schön war's, hehe !! ;-)
Der Start läuft üblicherweise holprig, doch mit zunehmendem Alter verschiebt sich die Anstoßzeit deutlich nach hinten, sodass die Mädels bei der Sache waren und den Auftakt klar mit 6:0 gegen den GVO Oldenburg für sich entschieden. Der nächste Gegner waren die Mädchen des Gastgebers, dem Osternienburger HC, wo es spannend wurde. Da nur die ersten beiden der Gruppe weiterkommen und auch der MTV Braunschweig Mitglied unserer Gruppe ist, heißt es auch hier zu gewinnen. Es wurde ein knappes 0:0. Gut gespielt, aber das Runde wollte einfach nicht ins eckige. nun war das Torverhältnis wichtig! Der kommende Gegner lautet MTV Braunschweig, gegen die wir mit 0:2 unterlagen. Ein 0:2, dass überraschenderweise so nicht hätte ausgehen müssen. Wer die Niedersächsische Liga kennt, hätte jetzt eigentlich mit einem klaren 10:0 für Braunschweig gerechnet. Nicht so in diesem Spiel. Der TSV stemmt sich ordentlich gegen und hätte hier einen klaren Punkt verdient. Was unsere Abwehr hier geleistet hat, war nicht von dieser Welt.
Wie zu erwarten war, steht der MTV Braunschweig mit neun Punkten und 12 Toren auf Platz eins. Der TSV steht allerdings dank dem 0:0 gegen Osternienburg und der leidenschaftlichen Abwehrleistung gegen Braunschweig Punktgleich mit Osternienburg aber einem besseren Torverhältnis auf dem zweiten Platz und geht somit ins Halbfinale! PUH!!
Halbfinale
Die Spannung steigt. Der nächste Gegner heißt Eintracht Braunschweig und der weiß leider auch, wo das Tor steht. Es ist 13:48 und hat schlanke 31 Grad im Schatten. Blöd nur, dass es auf Sportplätzen keine Schatten gibt...
Unsere Mädels spielen die Partie souverän und siegen klar verdient mit 3:0. FINAAAAALEEEE!!
DAS Finale und "Das Wunder von Osternienburg"
Super! Ab geht es in das Finale. Ein kurzer Blick in die Tabelle zeigt aber das unvermeidlich vorhersehbare: Der Finalgegner heißt MTV Braunschweig.
Der MTV ist gewohnt aggressiv und gefährlich. Jeder Fehler wird gnadenlos ausgenutzt. Im Gegensatz zu den üblichen Begegnungen war der MTV jedoch nicht die bessere Mannschaft, sodass der TSV Bemerode zurecht mit 1:0 in Führung geht. Von nun an hatten wir alle 200 Puls und waren nicht mehr ansprechbar! Der MTV wurde nun stärker und legte alles rein. Wir hielten dagegen und verloren unser Energiebündel Frida kurz vor Schluss durch eine schmerzhafte Begegnung der Nase mit einem gegnerischen Holz. Jetzt heißt es noch eine Schippe drauflegen und den MTV bloß nicht mehr in Tornähe lassen.
Leider schafften es die Spielerinnen Sekunden vor Schluss noch vor unser Tor zu kommen. Sie holt aus und schwingt die Keule mit Inbrunst gegen die Kugel. Der Atem stockt, man hört den Schlag. Alles geschieht in Zeitlupe, bis die Sirene das Spielende markiert noch bevor die Kugel eingenetzt werden kann!
Wir haben das Ding gerockt und den MTV aus Braunschweig auf Platz zwei verwiesen. Mit dem Wunder von Osternienburg folgten wir nun der Sonne und machten uns auf in Richtung Heimat!
Ein großer Dank geht an das Orga-Team des Osternienburger HC. Wir haben uns bei Euch rundum wohl gefühlt!!